02.02 – Kritik der Heteronormativität


(Wiebke Frieß, KRASS – kritische assoziationen)

Gesellschaften sind von Heteronormativität durchzogen und erheben eine heterosexuelle Lebensweise zur sozialen Norm. Alle weiteren Begehren und Identitätsformen werden als „Abweichung“ von dieser Norm definiert und sind alltäglich diskriminiert.
Kritiken an Heteronormativität sind mit der sogenannten dritten Welle des Feminismus und Queer Theorien seit den 1990er Jahren populärer geworden.

In diesem INTRO wird die soziale Konstruktion der Heteronormativität und das damit einhergehende Zweigeschlechtersystem [streng geteilt in „Frau“ und „Mann“] hinterfragt und einer queer-feministisch-poststrukturalistischen Kritik unterzogen. Zur Verortung dieser Kritiken wird es eine Einführung in Gender und Queer Theorien geben. Vor dem Hintergrund der historischen Entwicklungen „des Feminismus“ wird ein fragmentarischer Einblick in die Debatten der letzten Jahrzehnte dargelegt. Dabei werden Kritiken postkolonialer Feministinnen, des black feminism, der LGBTI Bewegungen und Strömungen wie die Kritische Männlichkeitenforschung reflektiert und der Zusammenhang von Kategorien wie sex, race, class und gender fokussiert. Darüber hinaus wird auch versucht auf feministische Strömungen innerhalb von Kritischer Theorie und Marxismus einzugehen.

Abschließend soll gemeinsam das (Spannungs-)Verhältnis von Theorie und (linker) politischer Praxis in Bezug auf Heteronormativität und Geschlechterverhältnisse diskutiert werden. Dabei geht es auch darum, das Spannungsverhältnis zwischen (queerer) Kritik an der Konstruktion des Zweigeschlechtersystems und den existierenden sozialen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern aufzuzeigen, Probleme zu thematisieren sowie Chancen auszuloten. Wie könnte eine queer-feministische Theorie in die alltägliche Praxis getragen werden? Welche Möglichkeiten der Intervention und Subversion sind vorstellbar; wider der heteronormativen Matrix?

Wiebke Frieß [eine der Herausgeberinnen der selbstorganisierten queer-feministischen Zeitschrift KRASS – kritische assoziationen / Hamburg]

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